Google Chrome OS - Was kommt da auf uns zu?
Kommende Nacht (heute Abend us-amerikanischer Zeit) wird Google in seinem
Firmensitz in Kalifornien einem ausgewählten Publikum sein neues Betriebssystem Google Chrome OS vorstellen.
Ich will gar nicht groß in Detail-Spekulationen verfallen, lohnt sich jetzt eh nicht mehr - morgen sind wir schließlich alle schlauer. Aber ich möchte Stellung zu einem
Artikel der Zeit nehmen, in dem es heißt:
Für einen echten Erfolg dürfte neben vielen anderen Aspekten allerdings auch die Frage entscheidend sein, wie viele Programme und Anwendungen auf dem Betriebssystem laufen werden.
Und genau in diesem Punkt denke ich, dass noch nicht jeder den derzeitigen Kurs von Google verstanden hat. Denn es wird nicht ausschlaggebend sein, was für Programme auf Chrome OS laufen werden, Google konzentriert sich vielmehr auf das Cloud Computing, also das Auslagern von Anwendungen auf Webserver. Diese Anwendungen werden über den Webbrowser, in diesem Fall mit Google Chrome, bedient.
Google Docs,
Google Maps,
Google Wave und
Google Calendar sind einige Beispiele für solche Anwendungen, die Google in den letzten Jahren herausgebracht hat. Aber auch außerhalb von Google werden viele nützliche browserbasierte Anwendungen geschrieben, die das Potential besitzen lokal installierte Programme zu verdrängen. Gerade heute bin ich über
Pixlr, einem hochentwickelten Grafikbearbeitungsprogramm im Adobe-Photoshop-Stil gestoßen, das sogar PSDs öffnen kann.
Ich denke wir stehen hier erst am Anfang einer spannenden Entwicklung, an deren Ende lokal installierte Applikationen zu einer Rarität werden könnten. Google Chrome OS ist meiner Meinung nach Googles Versuch genau diese Entwicklung entscheidend voranzutreiben. Vor diesem Hintergrund macht es auch Sinn, dass Google einen eigenen Webbrowser entwickelt hat und ihn besonders auf Geschwindigkeit getrimmt hat, denn eins ist klar: Moderne Webapplikationen benötigen leistungsstarke Browser. Und genau das könnte auch bedeuten, dass Benutzern endlich mehr Anreiz gegeben wird sich von alten Browsern wie dem IE6 zu trennen.
Auch der Spielemarkt könnte sich bald stärker in den Browser verlagern, weil dank
WebGL zukünftig auch echte hardwarebeschleunigte 3D-Anwendungen in Chrome, Firefox und Co möglich sein werden.
Ich selbst nutze sehr gerne solche browserbasierten Anwendungen. Sie sind nicht nur kostengünstig bzw. meistens sogar kostenlos, sondern halten auch meine lokale Maschine sauber. Keine langwierigen Download- und Installationsprozesse, Treiberinkompatibilität und zugemüllte Windowsregistry mehr, die das OS bremst.
Ich bin gespannt auf Google Chrome OS und freue mich auf noch mehr und leistungsfähigere Anwendungen im Browser.
